Beschlüsse

5. Tagung der 11. Synode der EKD, Timmendorfer Strand, 1. bis 7. November 2012

Beschluss zum Gedenken an die Opfer der NSU-Mordserie

07. November 2012


Beschluss

der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

auf ihrer 5. Tagung

zum


Gedenken an die Opfer der NSU-Mordserie

Ein Jahr nach der Aufdeckung der rechtsextremen Terrorgruppe „NSU“  im Zusammenhang mit der jahrelang unaufgeklärten Mordserie, die zehn Menschen das Leben kostete, hat die Synode bei ihrer Tagung am 4. November 2012 in einer Schweigeminute der Opfer gedacht.

Sie trauert mit den Angehörigen und stellt sich an ihre Seite.

Dass jahrelang hauptsächlich im Umfeld der Opfer und ihrer Angehörigen nach den Tätern gesucht wurde, statt in alle Richtungen intensiv zu ermitteln, ist beschämend. Die schleppende Aufklärung und die nicht enden wollende Serie von Pannen bei den Ermittlungsbehörden sind nicht geeignet, das verloren gegangene Vertrauen der Angehörigen in unseren Staat wiederherzustellen und ihnen das Gefühl zu vermitteln, in Deutschland gut aufgehoben zu sein.

Deshalb erwarten wir endlich eine zügige und konsequente Ermittlungsarbeit der Behörden. Die Vertuschung und Verschiebung von Verantwortung muss der Vergangenheit angehören. Die parlamentarische Aufklärungsarbeit der Untersuchungsausschüsse auf Bundes- und Landesebene muss von allen unterstützt werden.

Nur so kann verloren gegangenes Vertrauen in die Sicherheitsbehörden unseres Staates zurückgeholt werden.

Timmendorfer Strand, den 7. November 2012


Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

Katrin Göring-Eckardt


Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch die Präses der Synode!